
Heute morgen habe ich den Blues. Nicht so ganz schlimm, aber doch genügend, um mich anstatt mit meiner Arbeit zu beginnen, hier in diesem Blog wiederzufinden.
Ich habe zu Beginn dieses Jahres einen Riesenblödsinn gemacht, der mir irgendwie noch immer nachhängt. Da das Ganze auch mit dem Internet zu tun hat, empfinde ich dieses Medium als geeignet, mich ihm wieder anzuvertrauen.
Ich verkaufte im Jänner ein paar meiner Schier. To cut a long story short - dabei "lernte" ich einen Mann kennen, der zwar nicht meine Schi kaufte, aber mein Herz eroberte. So dumm und unmöglich es klingt, ich habe ihn nicht gesehen, niemals getroffen, aber ich habe mich in diesen Mann verliebt.
Das MIR! Ich bin die "Frau Vernünftig" in meinem Freundeskreis, die, die alles rational erklären will und allem skeptisch gegenüber steht, das sich eben nicht so darstellen lässt.
ICH war diejenige, die über alle geschmunzelt hat, die per Internet nach Partnern suchten. Genau mir passierte das - tja, wohl kein Zufall! Nun ja, an Zufälle glaube ich ohnehin nicht.
Wie auch immer, dieser Mann ist Engländer, hat einen wunderbaren, sehr bösen Humor, wir verstanden uns von Anbeginn an gut. Erst ging es locker flockig um Schigebiete in Österreich, um Reisen, etc. Alles ganz unverbindlich, einfach nur nett.
Doch nach ein paar Wochen merkte ich an mir selbst eine Veränderung: anstatt mich zu duschen, oder meinen Hund Gassi zu führen, schaltete ich als erstes frühmorgens meinen Computer ein. Es wurde beinahe zum Zwang. Nun ja, nicht beinahe...
Ihm ging es auch so und schon bald verbrachten wir Stunden damit, uns gegenseitig unser Leben zu erzählen. Es entwickelte sich eine unglaubliche Nähe. Hier wieder ein "Wunder" - ich bin jemand, der Nähe nur sehr schwer zulässt, um mir wirklich sehr nahe zu kommen, bedarf es langer Bemühungen.... Bei "ihm" ging das alles sehr schnell.
Vermutlich machte es mir das doch sehr anonyme Medium leichter als sonst. Wie gesagt, nach einigen Wochen hatten wir uns ineinander verliebt, head over heels, wie man so schön sagt. Das erste Treffen wurde geplant.
Und genau da lag der sprichwörtliche Hund begraben: da ich anfangs ja absolut keinerlei Ambitionen für auch nur irgendetwas hatte, nahm ich es nicht sehr genau bei der Beschreibung meiner Person. Ich machte mich jünger, SEHR viel jünger und auch schlanker. Bald war es dann zu spät für eine "Beichte", ich dachte ja nicht wirklich daran, dass wir uns jemals treffen würden.
Doch unsere Gefühle machten mir einen Strich durch meine Rechnung und es blieb mir nichts anderes übrig, als es ihm zu sagen. Das alles ist nun schon 6 Monate her, wir stehen noch immer in Kontakt, gesehen haben wir uns nie.
Er ist noch immer furchtbar enttäuscht und verweigert ein Treffen. Natürlich dränge ich auch nicht mehr darauf, wie könnte ich das? Aber ich habe die Hoffnung noch immer nicht aufgegeben, dass er mir eines Tages verzeihen wird.
Ich finde ja schon großartig, dass er nicht sofort den Kontakt abgebrochen hat. Anderseits hat sich unsere Love Story mittlerweile in eine Freundschaft verwandelt. Das ist zwar auch ok für mich, aber nicht das, das ich mir wünsche.
Nein, in Wahrheit ist es nicht ok, ich will ihn nicht zum Freund, ich will ihn als Partner.
Ist das nicht alles irgendwie total absurd? Wie kann man sich in jemanden so sehr verlieben, den man noch nie gesehen hat, nicht gerochen, gespürt, ja nicht einmal gehört? Nur sehr wenige Freunde wissen davon, sie rieten mir, doch auf ein Treffen zu drängen. Vielleicht erledigt sich dann ohnehin alles, weil er mir in natura nicht gefällt, oder ich ihn nicht riechen kann, oder was auch immer.
Tja, aber genau das verweigert er noch immer.
Manchmal komme ich mir vor wie ein liebeskranker Teenager, obwohl diese Zeit schon lange hinter mir liegt.
Ich merke zwar, dass ich langsam wieder rationaler an die Sache herangehe, während ich in der "Hochphase" Schwierigkeiten hatte, mich auf meine täglichen Abläufe zu konzentrieren. Aber trotzdem nimmt dieser Mann bzw. meine Gedanken an ihn sehr viel Raum ein.
Verrückt, ich weiß....
Lieben Gruß und einen schönen Tag, Bergfee